Der fantastische Hund
Gemeinsam durch die ersten Lesejahre
von Barbara Zoschke, Julia Christians (Illustrator*in)
Ein magisches Kindermädchen, das hilft, das innere Gleichgewicht zu finden und so mit sich ins Reine zu kommen, war gestern. Heute sind es fantastische Hunde, die Kindern einen Besuch abstatten und ihnen dabei helfen, über sich hinauszuwachsen.
Ein vierbeiniger Freund
Ein solcher Hund steht eines morgens vor Meral. Eigentlich sollte sie sich für die Schule fertigmachen, doch sie kuschelt sich noch etwas länger in Mamas Bett. Die ist schon längst im Theater, wo ihre Schicht heute früher begonnen hat. Während Meral fast noch einmal eingeschläft, wird sie von einem lauten „Wuff“ geweckt. Plötzlich steht da ein großer Hund mit braunem Fell und schaut sie aus großen Augen an. Auf ihre mehr an sich selbst gerichtete Frage, woher dieser denn stamme, antwortet der Hund plötzlich, dass er Otto heiße und extra für Meral gekommen sei. Damit sie nicht zu spät zur Schule käme. Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg und auch nach der Schule wartet der Hund wieder auf das Mädchen. Von da an verbringt er jede freie Minute mit ihr. Doch seltsamerweise ist er immer dann verschwunden, wenn Mama da ist und Meral ihr Otto vorstellen möchte. Dann kommt Merals Geburtstag, für den sie einen besonderen Wunsch hat. Doch ausgerechnet an diesem besonderen Tag ist Otto spurlos verschwunden - nicht aber, ohne ihr eine Überraschung dazulassen.

Zwischen Vorstellungskraft und Wahrheit
Barbara Zoschke erzählt hier eine wunderbare Geschichte über Wünsche und Sehnsüchte, über Tierliebe, Selbstvertrauen und die innere Stärke, die in Kindern steckt. Meral ist ein wunderbares Mädchen, das sich mutig den Herausforderungen stellt, die ihr Alltag mit sich bringt. Denn Merals Mutter ist alleinerziehend, zumindest bekommt man beim Lesen den Eindruck, da kein Vater erwähnt wird. Stattdessen steigen wir in die Geschichte ein, wenn Meral aufwacht und einen Zettel ihrer Mutter vorfindet, dass diese früher zur Arbeit musste. Meral muss nun für sich selbst sorgen. Frühstücken, rechtzeitig zur Schule gehen - natürlich sind das Aufgaben, die Kinder ab einem bestimmten Alter können und vor denen auch Meral nicht zurückschreckt. Aber der Wunsch, nicht allein zu sein, steckt auch in der jungen Protagonistin, wenngleich sie sich dessen nicht bewusst ist. Vielmehr wünscht sie sich einen Hund als Freund und Wegbegleiter - und genau hier taucht er auf; Otto, ein großer zotteliger Gefährte, den aber nur Meral selbst sehen kann. Damit nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die auf verschiedene Weise unterhält und aus der Verschiedenes mitgenommen werden kann. Auf jeden Fall Spaß an Geschichten und die Einladung, die eigene Lesekompetenz zu trainieren, denn dieses Buch ist unter dem Label „superlesbar“ erschienen. Das ist ein Konzept, bei der Geschichten nicht nur auf leserfreundliche Schrift und kurze Kapitel setzen, sondern auch sprachlich einfach aufgebaut sind. Damit holt das Buch Kinder ab, denen es aus verschiedensten Gründen schwerfällt, Buchstaben, Wörter und Sätze zu erfassen. Diese Geschichten bieten Tiefgang, ohne aber Kindern Lesehürden in den Weg zu stellen. Sie werden ermutigt, Seite für Seite zu lesen und dabei unbewusst die Lesefertigkeit zu trainieren. Etwas sehr wichtiges, denn Lesen ist etwas, das nicht einfach so kommt, sondern Übung erfordert. Doch dank dem Konzept hinter den superlesbar-Büchern gelingt dies.

„Der fantastische Hund“ von Barbara Zoschke ist eine unterhaltsame Alltagsgeschichte mit einer Prise Fantastischem. Darin lernen wir ein aufgewecktes Mädchen kennen, das sich einen Hund wünscht und eines morgens auf besondere Weise überrascht wird.
Details
-
Erschienen:02/2026
-
Umfang:64 Seiten
-
Typ:Hardcover
-
Altersempfehlung:8 Jahre
-
ISBN 13:9783407824745
-
Preis (D):10,00 €
