Hunderunde
Wie weit wir für unsere Kleidung gehen
von Frauke Angel, lokaltextil, Nadine Prange (Illustrator*in)
Regelmäßig locken Modegeschäfte mit Sommer-/Winterschlussverkäufen und anderen Sales in ihre Geschäfte. Dort biegen sich Tische unter den Bergen von Kleidung. Dabei sollten wir uns die Frage stellen, wer das eigentlich alles tragen soll.
Kleider prägen unser Gesellschaftsbild…
„Kleider machen Leute“, lautet ein alter Spruch. Doch das war nicht immer so. Denn in den Anfängen der Frühgeschichte dienten Kleider dem Schutz vor Kälte. Schon während der Steinzeit begann man, Kleidungsstücke mit Tierzähnen, Knochen und anderem zu verzieren. Später waren die Römer und Griechen in Sachen Mode das Maß der Dinge. Sie betrieben Handel mit Textilien und gaben auch beim Handwerk den Ton an. Das Anlegen der Stoffe unterlag strengen Vorschriften. Das setzte sich auch mit dem Beginn des Mittelalters so fort. Farben, Muster und Schnitte wurden immer mehr ausgearbeitet und bekamen mehr Bedeutung. Die Intensivität einer Farbe gab Auskunft über den Stand und den Beruf. Kleidung war Luxus und man konnte an ihr erkennen, ob jemand arm oder reich war. Das blieb lange Zeit so, wenngleich die Mode sich immer wieder veränderte und viel mit ihr experimentiert wurde. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein besaßen die Menschen nur wenige Outfits: eines für Feiertage, eines für den Alltag. Erst in der jüngsten Vergangenheit änderte sich das. Plötzlich wurde Mode billig und unsere Kleiderschränke füllten sich mit immer mehr Stücken, die manchmal nicht einmal getragen werden.

…und belasten die Umwelt
Fast Fashion ist das, worin sich sehr viele Menschen kleiden. Denn Kleidung ist kein Statussymbol mehr, Kleidung ist für jeden billig und leicht erschwinglich. Die Betonung liegt auf billig, denn große Firmen produzieren Massen an Kleidung, indem sie bei der Herstellung sparen. Arbeiter*innen arbeiten zu Niedrigstlöhnen, bei verwendeten Stoffen wird auf billige Mischfasern gesetzt. Kleidungsstücke werden in großen Mengen produziert und was nicht verkauft werden kann, wird gleich wieder vernichtet. Kleidung ist zu einer Massenware verkommen, der es an Qualität und Langlebigkeit fehlt. Schuld daran sind wir selbst, die wir ständig dem neuesten Trend nachlaufen und Kleidung kaufen, obwohl wir sie gar nicht brauchen. Doch kaum lockt ein %-Angebot im Schaufenster, wird unser Kleiderschrank um ein weiteres Stück reicher, das wir vielleicht zwei- bis viermal tragen werden. So entstehen Millionen Tonnen von Kleidung, die wir wegwerfen.
Alles das vermittelt die „Hunderunde“ in diesem Sachbuch. Zu dieser gehören Autorin Frauke Angel, Illustratorin Nadine Prange sowie Eva und Lena von lokaltextil. Alle vier lieben Mode; sie lieben aber auch unseren Planeten und wissen, welche Auswirkungen die textile Verschwendungssucht auf ihn hat. Darum haben sie sich zusammengesetzt und dieses Sachbuch geschrieben. Es ist ein Protestbuch, in dem sie die Geschichte der Mode erzählen und die Bedeutung von Kleidung für uns Menschen und ihre Entwicklung vor allem in der jüngsten Vergangenheit thematisieren. Fast Fashion, Ultra Fast Fashion, Nachhaltigkeit und die Verantwortung, die jeder einzelne trägt, werden hier angesprochen und vor allem für Kinder und Jugendliche zugänglich dargestellt. Das Buch schafft Bewusstsein für das Thema Kleidung und die unfassbare Verschwendung, die mit ihr einhergeht. Es gibt Denkanstöße mit, bietet Einstiegsfragen für Diskussionsrunden und ist ein Appell an die Eigenverantwortung, die jeder in Form von Shirts, Hosen und anderer Kleidungsstücke trägt.

Die „Hunderunde“ um Frauke Angel, Nadine Prange und lokaltextil nimmt uns mit auf einen Ausflug in die Welt der Textilien und Mode. Sie erzählt von deren Wandlung im Laufe der Geschichte und mahnt ein, bewusster und nachhaltiger mit unserer Kleidung umzugehen. Ein informatives und zugleich wachrüttelndes Sachbuch - nicht nur für Kinder und Jugendliche.
Details
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Erschienen:09/2025
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Umfang:64 Seiten
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Typ:Hardcover
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Altersempfehlung:10 Jahre
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ISBN 13:9783987261879
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Preis (D):22,00 €


