Schule des Schreckens

Die Gruftis sind los!

Antolin Quiz
von Boris Koch, Michael Hülse (Illustrator*in)
Rezension von Stefan Cernohuby | 13. Januar 2026

Die Gruftis sind los!

Der Lehrkräftemangel an Schulen im deutschsprachigen Raum stellt die Leitung der jeweiligen Schulen jedes Jahr vor neue Herausforderungen und benötigt immer wieder kreative Lösungen. Eine solche hat auch Boris Koch im ersten Band seiner Buchreihe „Schule des Schreckens“ gefunden, die den Untertitel „Die Gruftis sind los!“ trägt. Allerdings ist die Prämisse in Realität eher schwer umzusetzen. Denn im Buch werden verstorbene Lehrkräfte wieder aktiv eingesetzt.

Umzug, Schulwechsel und Untote

Killian, der Erzähler dieses Buchs, berichtet davon, wie für ihn alles begann. Ein überraschender Jobwechsel seiner Mutter und seines Vaters, ein Umzug aufs Land und eine neue Schule (für die seine Eltern arbeiten) sind nur der Anfang. Denn schon am ersten Tag wird er von Ole, dem Sohn der Hausmeisterin, mit der Tatsache konfrontiert, dass am Schulfriedhof des Internats Untote umgehen, die zum Glück nicht gefährlich zu sein scheinen. Nur anstrengend. Doch schon am ersten Schultag kommt die nächste große Überraschung.

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Kein Lehrermangel durch Wiedergekehrte

Denn am ersten Tag des neuen Schuljahres werden teils bereits seit Jahrhunderten verstorbene Lehrkräfte als „Legenden“ des Internats präsentiert und wieder für den Unterricht herangezogen. Das ist nicht nur dadurch problematisch, dass die Gruftis (Bezeichnung durch Killian und seine Freunde) teils Zombies, Skelette und Geister sind. Auch ihr eklatanter Mangel an aktuellen Erkenntnissen und pädagogischer Grundausbildung macht sich im Miteinander bemerkbar. Killian, Ole und Yunai gewöhnen sich allerdings langsam an die Situation, bis irgendjemand das Vorhandensein der Untoten an die Presse durchsickern lässt.

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Ein altes Versprechen oder ein anderer Grund?

Da ist es natürlich mit der Ruhe und Abgeschiedenheit des Internats vorbei. Untote sind generell eine Sensation, aber eingesetzt als Lehrkräfte ist das nochmals eine Steigerung. Kein Wunder also, dass nicht nur als Wanderer getarnte Sensationsreporter auftauchen, sondern auch immer wieder Drohnen die Schule umschwirren. Angesichts des wachsenden Widerwillens einiger Schüler stellt sich tatsächlich die Frage: War es wirklich das einstige Versprechen der Lehrkräfte, im Bedarfsfall wieder zurückzukehren, das zu ihrer zweiten Existenz geführt hat? Oder liegt es an etwas anderem? Und müssen die drei Freunde vielleicht einen Anschlag auf das Zweitleben der Gruftis verhindern?

Auf den ersten Blick ist der Einsatz von Untoten an einer Schule eher eine fragwürdige Praxis. Möchte man Jahrhunderte alte Geister, Zombies und Skelette an einer Schule mit Kindern haben, besonders aus Sicht von Kindern selbst? Vermutlich nicht. Doch nachdem sich die Gruftis (weil sie ja alle aus Grüften kommen) als normale Lehrkräfte präsentieren (schrullig, aber ungefährlich), arrangiert man sich mit ihnen. Und natürlich bietet das Setting die Möglichkeit, zahlreiche weitere Abenteuer zu erleben. Einige der Untoten scheinen nämlich in ihrem ersten Leben erstaunliche Dinge vollbracht (oder verbrochen) zu haben, denen man sicher auf den Grund gehen kann. Hat man sich erst an die Situation gewöhnt, kann man sich beim Lesen schnell mit den Hauptcharakteren anfreunden und mit ihnen nicht nur Schulalltag (inklusive Gruftis), sondern auch ein erstes großes Abenteuer erleben. Daher hat die von Boris Koch geschriebene und von Michael Hülse illustrierte Reihe definitiv Potenzial.

„Die Gruftis sind los!“ ist der erste Band der Reihe „Schule des Schreckens“, die von Boris Koch für WooW Books verfasst und von Michael Hülse illustriert wurde. Dieser erste Roman präsentiert sich als nur wenig gruslig, aber dafür sehr witzig und spannend. Kinder, die auf schrägen Humor, Überraschungen und ein etwas übernatürliches Setting abfahren, werden mit diesem Werk viel Spaß haben.

Details

Bewertung

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