Du, Papa...Ist zehn viel?

Antolin Quiz
von Sabine Bohlmann, Emilia Dziubak (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 17. Dezember 2021

Du, Papa...Ist zehn viel?

Groß und Klein, Dick und Dünn, Viel und Wenig - oftmals bestimmt diese Eigenschaften nur die Perspektive, von der aus man es betrachtet. Es sind die äußeren Umstände, die darauf ganz wesentliche Einflüsse haben. Das lernt der kleine Wolf, wenn er mit seinem Papa durch den Wald spaziert. Gleichzeitig lernt er auch, dass die Perspektive bei einer Sache ganz egal ist.

Viel oder wenig, groß oder klein?

Der kleine Wolf ist sehr wissbegierig und stellt seinem Papa viele Fragen. Ist zehn viel oder wenig? Ist er selbst groß oder klein, schnell oder langsam, laut oder leise? Geduldig erklärt Papawolf, dass diese Fragen nicht so einfach zu beantworten sind. Denn es kommt immer darauf an, von welchem Standpunkt aus man es betrachtet. Wenn zehn Ameisen eine Banane tragen wollen, dann ist zehn nicht viel. Wenn sich aber zehn Affen eine Banane teilen wollen, ist zehn sehr viel.
So findet er für alle Fragen des kleinen Wolfs verschiedene Vergleiche, die die Dinge in ganz unterschiedliche Lichter rücken. Nur bei einer Sache ist Papawolfs Antwort eindeutig: Seinen kleinen Wolf hat er unendlich lieb. Egal ob der nun groß oder klein, schnell oder langsam ist.

Du, Papa...Ist zehn viel?

Herzerwärmende Papa-Sohn-Geschichte

Sabine Bohlmann und Emilia Dziubak erzählen hier eine herzerwärmende Geschichte, in der es um viel mehr geht, als um die Verhältnisse der Dinge zueinander. Es ist eine Geschichte über Wissensdurst und Neugierde, aber auch bedingungslose Liebe. Philosophisch und sehr geduldig antwortet Papawolf auf die Fragen seines kleinen Sohns. Und der hat sehr viele davon. Jeden Tag, wenn er etwas Neues entdeckt, stellt er auch eine neue Frage. Doch in den Antworten des Vaters wird klar, dass man die Dinge nicht einfach in zwei Kategorien teilen kann, sondern dass es dabei immer auf die Ausgangssituation ankommt. So entstehen ganz witzige Erklärungen, die nicht nur den kleinen Wolf zufriedenstellen, sondern das junge Lesepublikum zum Nachdenken anregen. Auch ihnen wird klar, dass die Dinge nicht immer so sind, wie sie im ersten Moment vielleicht erscheinen.
Die Vergleiche reihen sich aneinander und laufen immer nach einem gleichbleibenden Muster ab. Der kleine Wolf fragt, Papawolf beginnt und endet seine Erklärung stets mit der gleichen philosophischen Phrase. Diese Wiederholungen prägen die Botschaft, die auf jeder Seite durchklingt.
Emilia Dziubak zeichnetet wunderschöne Illustrationen zur Geschichte. In warmen, braun-grünen Naturtönen zeichnete sie die Waldszenen, durch die der kleine Wolf und sein Papa streifen. Mal sehen wir den kleinen Wolf im Spiel, ein anderes Mal beim Entdecken. Immer mit dabei sind die Gleichnisse, die Papawolf bringt. So hören Kinder nicht nur von unterschiedliche Ausgangssituationen, sondern können sie auch gleich sehen.

Du, Papa...Ist zehn viel?

Geschichte und Illustration zusammen ergeben ein wunderschönes Bilderbuch, das von unterschiedlichen Blickwinkeln und Betrachtungsweisen erzählt und mit einer wundervollen Botschaft an die bedingungslose Liebe von Eltern endet. Es ist ein Bilderbuch, das ebenso zum Schmunzeln einlädt, wie auch Gesprächen anregt und Kindern philosophische Denkanstöße mitgibt.

Details

Bewertung

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