Königinnen

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50 fesselnde Geschichten von mächtigen Herrscherinnen
von Jasmin Lörchner, Kristina Kister (Illustrator*in)
Rezension von Stefan Cernohuby | 12. Januar 2026

Königinnen

In vielen Büchern, die sich mit historischen Persönlichkeiten beschäftigen, stehen Männer im Zentrum. In Hinblick auf die Wissenschaft gibt es schon einige Werke, die das anders machen. Nun haben Jasmin Lörchner und Kristina Kister bei arsEdition ein neues Sachbuch veröffentlicht, das sich mit „Königinnen“ beschäftigt und den Untertitel „50 fesselnde Geschichten von mächtigen Herrscherinnen“ trägt.

Entscheidungstragende in unterschiedlichen Zeitaltern

Der Begriff Königinnen ist vermutlich gewählt worden, weil es sich dabei um eine Bezeichnung handelt, die auch einem jungen Zielpublikum ein Begriff ist. Tatsächlich müsste man eine ganze Menge an verschiedenen Wörtern verwenden, denn im Buch werden Persönlichkeiten aus ganz unterschiedlichen Zeiten, quer durch Kulturkreise überall auf der Welt behandelt.

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Frühgeschichte und Antike

Nach einer Zeittafel, die in etwa einordnet, wann welche Hochkultur entstand und welche Erfindungen und Meilensteine es von 3.000 vor Christus bis zum Fall des Weströmischen Reichs gab, beginnt der eigentliche Inhalt. Mit Hatschepsut und Nofretete werden zwei einflussreiche altägyptische Frauen behandelt, die die Geschicke ihrer Nation zum Teil allein, zum Teil als Co-Regentin lenkten. Auch Königin Kleopatra wird behandelt, die das Römische Reich nutzte, um sich ihres Bruders zu entledigen. Als Cäsar ermordet wurde, regierte sie dennoch mit Hilfe von Marcus Antonius für 10 weitere Jahre. Aber auch die Keltenkönigin Boudicca und die Herrscherin der Oasenstadt Palmyra am Rande des Römischen Reichs werden erwähnt.

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Über Mittelalter und Neuzeit zur Moderne

Die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung einzelner Nationen war zur Zeit des Europäischen Mittelalters sehr unterschiedlich. Während in Europa Frauen sehr lange keine entscheidende Rolle innehaben durften, gab es im Jahr 554 bereits eine Kaiserin, die in Japan eine zweite Religion etablierte und 35 Jahre regierte. Auch bei den Maya und den Chinesen gab es weibliche Herrscher. Erst 500 Jahre später war mit Olga von Kiew eine Fürstin ähnlich einflussreich, sie brachte den christlich-orthodoxen Glauben in ihr Reich. Über Eleonora von Aquitanien, über die mongolische Strategin Sorkhatani und Raziah, die einzige Sultanin von Delhi, nähert man sich immer mehr der Neuzeit an. Mit Katharina von Medici und Elisabeth I. wurden auch in Europa Frauen so mächtig, dass sie die gesamte Politik eines Kontinents gestalten konnten, was sich später fortsetzte. Afrikanische Königinnen, die sich gegen die Kolonialisierung zu Wehr setzten und Herrscherinnen mit großem Einfluss folgten überall, wo noch Monarchien existierten. So wie Queen Elisabeth II., die erst 2022 starb.

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Es ist schwierig, auf jeweils zwei Seiten das Wirken von großen Persönlichkeiten der Geschichte erfolgreich darzustellen. Manchmal, weil man nur wenige Fragmente des Wissens hat, in anderen Fällen, weil man die große Menge an Information nicht wirklich erfolgreich auf derartig wenig Platz komprimieren kann. In diesem Fall ist es ganz gut gelungen, allen gleich viel Raum einzuräumen. Pro Herrscherin gibt es einen wichtigen Fakt, der hervorgehoben wird. Die wichtigsten Abschnitte ihrer jeweiligen Leben und die Meilensteine ihrer Regentschaft und die wichtigsten Ereignisse werden dann im Text behandelt. Das funktioniert sehr gut, auch wenn natürlich in einigen Fällen Details weggelassen oder Geschichten vereinfacht wurden. Möchte man Kinder mit den fesselnden Schicksalen von 50 Herrscherinnen in der Geschichte bekannt machen und sie dafür interessieren, selbst weiter nachzuforschen, ist der vorliegende Band aus dem Hause arsEdition dafür hervorragend geeignet.

„Königinnen“ ist ein Sachbuch von Autorin Jasmin Lörchner und Illustratorin Kristina Kister, das sich wichtigen Herrscherinnen in der Geschichte widmet. Von der Frühgeschichte über Antike, Mittelalter, Neuzeit und Moderne begegnet man Frauen, die ihr jeweiliges Zeitalter maßgeblich mitgeprägt haben. Da sowohl die Textmenge als auch die Illustrationen gut gewählt sind und auch der Inhalt gelungen ist, kann man das Werk als Inspirationsquelle und Startpunkt, um mehr über einflussreiche Frauen der Geschichte zu erfahren, nur empfehlen.

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