Siran

Siran - Die Königskinder

von Tara C. Meister
Rezension von Janett Cernohuby | 07. Oktober 2013

Siran - Die Königskinder

War es vor einigen Jahren noch etwas Besonderes, wenn ein unterhaltsamer Roman aus der Feder eines Teenagers stammte, verwundert es heute nur noch wenige Leser. Das Schreiben von Romanen ist nicht mehr nur Sache von erfahrenen, alten Schriftstellern. Das hat sicherlich auch Tara C. Meister gedacht, die mit ihrem Roman "Siran - Die Königskinder" den Auftakt zu einer spannenden Fantasyreihe schuf. Wir haben uns dieses Buch einmal näher angesehen.

Jeniko, von seinen Freund nur Jen genannt, wächst auf einem einfachen Bauernhof im friedliebenden Lakan auf. Bisher verlief sein Leben sehr ruhig und erfüllt. Von den Sorgen und Nöten der Welt Eylania dringt nur wenig zum Hof vor. Bis zu jenem schicksalshaften Tag. Zuerst sind es nur Gerüchte, die im Dorf kursieren. Eine Armee des dunklen Halbgotts Karsan ist eingefallen. Da seine Armee auf keinen nennenswerten Widerstand trifft, wird Lakan flutartig übernommen. Es dauert nicht lange, da stehen die Besatzer auch vor Jens Zuhause. Der junge Mann muss fliehen, sein Ziel ist das benachbarte Fioras, wo er sich Hilfe von dessen starkem König erhofft. Unterwegs trifft er auf seine alte Bekannte Ilyssa, deren Erfahrung im Umgang mit Waffen ihm mehr als einmal das Leben rettet. Zwei weitere Gefährten kommen hinzu, die Zwillinge Miro und Mara. Als sich die kleine Reisegruppe jedoch im gewaltigen und gefährlichen Thyal-Gebirge verirrt, scheint ihre Flucht ein Ende zu nehmen. Ihnen jagt der gefährliche Feind hinterher, vor ihnen lauern Dämonen, Geister und Trockenheit. Die Situation scheint aussichtslos, bis ein junger Mann, der im Gebirge aufgewachsen ist, ihnen Hilfe anbietet.
Gleichzeitig überschlagen sich jedoch auch in Fioras die Ereignisse. Prinzessin Thysma trägt nicht nur die Last des tragischen Tods ihres Bruders auf ihren Schulter, auch ihr sonst so starker Vater verliert seinen Willen und richtet sein Volk zugrunde. Ihre letzte Hoffnung ist ein alter, geheimer Magier-Orden. Und der Siran - der bisher im Verborgenen lebende Auserwählte, der Eylania vor dem Halbgott Karsan retten soll.

"Siran - Die Königskinder" ist der Auftaktroman zur gleichnamigen Trilogie von Tara C. Meister. Der Handlungsort ist eine fremde, phantastische Welt mit Werwölfen, Gestaltenwandlern, Geistern, Magiern und anderen Fabelwesen. Auch wenn diese Elemente bisher nichts Neues darstellen, so hat die Autorin diesen Wesen der Phantastik andere, neue Wesensarten verliehen. So stellen Gestaltenwandler keineswegs etwas Böses dar, vor dem die Menschen sich fürchten, was sie bekämpfen. Vielmehr stehen sie für Stärke und regieren obendrein noch eines der Länder in der Welt Eylania. Auch das Wesen der Werwölfe hat die Autorin sehr verändert. So können sie - je nach eigenem Ermessen - zwischen der Gestalt eines Wolfes oder Menschen selbst wählen. Sie haben eigene Lager, eigene Gemeinschaften. Gleich bleibt jedoch, dass die Menschen sich vor ihnen fürchten und dass ein Biss von ihnen normale Menschen ebenfalls zu Werwölfen macht.
Doch weit wichtiger als die Fabelwesen sind natürlich die Handlungsfiguren. Und hier wird dem Leser eine beachtliche Anzahl geboten. Freilich sind die wichtigsten zunächst Jen und die Königstochter Thysma. Beide begegnen sich im ersten Band noch nicht persönlich, dass ihre Wege sich aber in den Folgebänden kreuzen werden, ist kaum zu bezweifeln. Während Jen unbeschwert aufwuchs und zu Beginn seiner Reise noch sehr naiv und unerfahren ist, wird Thysma zunächst als kluge und weise Königstochter dargestellt. Doch im Verlauf der Handlung merkt der Leser, dass Thysma durchaus noch nicht so erfahren ist, wie sie glaubt. Ähnlich wie Jen muss auch sie in dieser kurzen Zeit viele, teilweise harte, Lektionen lernen.
Daneben gibt es zahlreiche Nebencharaktere, die für die Handlung von Bedeutung sind. Zum einen sind das Jens Reisegefährten, zum anderen Höflinge und Bewohner Fioras.
Bei dem Roman handelt es sich um ein Jugendbuch. Das wird nicht nur am Alter der Charaktere deutlich, sondern auch an der Sprache des Romans, ebenso wie am Aufbau der Geschichte selbst. Die Sprache ist relativ locker, leicht und viele Dialoge zwischen Ilyssa und Eylo könnte man glatt als pubertäres Gezanke einstufen. Die Handlung, wenngleich sie in zwei Strängen verläuft, hält keine übermäßigen Wendungen bereit. Sie verfolgt geradlinig einen roten Faden, während sie zwischendurch für die eine oder andere Überraschung sorgt.

Zusammengefasst ist "Siran - Die Königskinder" ein durchschnittlicher Fantasyroman für jugendliche Leser. Obendrein ist es der Auftakt zu einer Trilogie und somit darf man gespannt sein, wie es mit Jen und Thysma, aber auch der Eylania weitergehen wird.

Details

  • Autor*in:
  • Serie:
  • Band:
    1
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    03/2013
  • Umfang:
    264 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • Altersempfehlung:
    11 Jahre
  • ISBN 13:
    9783867404716
  • Preis (D):
    9,8 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
    Keine Bewertung
  • Gefühl:
    Keine Bewertung