Die dunklen Bücher

Das Grauen am See

von Matthias Bauer, Timo Grubing (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 11. März 2022

Das Grauen am See

Die besten Gruselgeschichten erzählt man sich im Ferienlager. Abends, wenn man um ein Lagerfeuer versammelt ist, Marshmallows röstet und die Sonne gerade hinter dem Horizont verschwunden ist. Dann ist die beste Zeit um schaurige Geschichten über unerklärliche Ereignisse zu erzählen. Doch was, wenn diese wahr sind? Wenn plötzlich unheimliche Ereignisse passieren, die nicht zu erklären sind? Genau das erleben die Freunde Philipp, Oskar und Lena in ihrem Sommerferiencamp.

Unheimliches Ferienlager

Oskar verbringt die Sommerferien in einem Ferienlager nahe eines Sees. Schnell findet er in Lena und Philipp neue Freunde und die drei verstehen sich auf Anhieb prima. Ein paar Tage nach der Ankunft wird ein großes Lagerfeuer veranstaltet. Als es dunkel geworden ist, beginnt der Koch eine unheimliche Geschichte aus vergangenen Tagen zu erzählen. Von einer Hexe, einem Unheil aus dem Wald und schlimmen Dingen, die damals geschahen. Die drei Freunde ahnen nicht, dass aus der Geschichte schon bald Wahrheit werden soll. Plötzlich wabert unheimlicher Nebel über dem Wald. Im See sieht Oskar eine unheimliche Gestalt und eine alte Frau warnt sie vor dem silbernen Pentagramm. Welches Grauen treibt im Ferienlager am See sein Unwesen und in welcher Gefahr schweben Oskar, Lena und Philipp?

Die dunklen Bücher: Das Grauen am See

Gruselspaß nicht nur für die Ferienzeit

Wie gut, dass die Tage nun allmählich wieder länger werden, denn dieses Buch möchte man nicht nach Sonnenuntergang lesen. Matthias Bauer erzählt ein Ferienabenteuer, bei dem der Leserschaft ein kalter Schauer den Rücken hinunterlaufen wird. Bereits zum zweiten Mal durfte der Autor für die Reihe „Die dunklen Bücher“ schreiben und dieser Band steht seinem Vorgänger in nichts nach. Zunächst klingt alles nach einem lustigen Ferienspaß, doch schon bald wendet sich das Blatt. Mit einer Gruselgeschichte am Lagerfeuer bekommt die Geschichte eine schaurige Wendung. Es geschehen seltsame Dinge, unheimliche Gestalten tauchen auf und düstere Warnungen werden ausgesprochen. Als dann auch noch eines der Kinder entführt wird, ist die Spannung perfekt. Was geht im Ferienlager vor und vor allem, welche dunkeln Kräfte sind dort am Werk?
Gekonnt baut der Autor eine düstere, unheimliche Stimmung auf. Doch es gibt auch Ankerpunkte, helle Momente, die jungen Leser*innen Sicherheit und Zeit zum Verschnaufen geben. Das macht das Buch ideal für Kinder ab neun Jahren. Sie können sich beim Lesen dem grusligen Schauer hingeben, spüren aber gleichzeitig, dass alles gut enden wird.
Für die dazugehörigen Illustrationen griff erneut Timo Grubing zum Stift. Auch er illustriert nicht zum ersten Mal ein „dunkles Buch“ und weiß daher genau, worauf es ankommt. Wir bekommen helle, freundliche Bilder neben unheimlichen Motiven präsentiert. Die schwarz-weiß Illustrationen sind geschickt platziert, unterstreichen die Handlung und begleiten sie mit der entsprechenden Stimmung. So runden die Bilder das Leseerlebnis gekonnt ab.

Die dunklen Bücher: Das Grauen am See

Gruseln kann man sich nicht nur zu Halloween, sondern zu jeder Jahreszeit. Dasselbe gilt auch für unheimliche Gestalten, die man jederzeit treffen kann. Matthias Bauer platziert seinen neuen Gruselroman in ein beliebtes Kindersetting - nämlich in ein Ferienlager in den Sommerferien. Zwischen Abenteuer und neuen Freundschaften lässt er geschickt Grusel und Grauen einfließen und bereitet den jungen Leserinnen und Lesern schaurig-spannenden Lesespaß.

Details

Bewertung

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