Ab ins Bett, Ferkel!

von Katja Reider, Henrike Wilson (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 10. Mai 2022

Ab ins Bett, Ferkel!

Wenn sich der Tag dem Ende neigt, dann rückt in allen Familien das gleiche Thema in den Vordergrund: Die Schlafenszeit. Während Eltern mit Ritualen versuchen, ihre Kinder ins Bett zu bringen, sind diese noch gar nicht müde und würden viel lieber länger aufbleiben. Eine Gutenachtgeschichte muss also her, die die Kleinsten abholt, sie aber auch sanft ins Bett begleitet. Katja Reider und Henrike Wilson bieten dafür genau das richtige.

Nur noch kurz…

Ein aufregender und schöner Tag liegt hinter Ferkel. Nun ist es Zeit zum Schlafengehen - finden zumindest Ferkels Eltern. Es selbst ist noch gar nicht müde. Dennoch hilft das alles nichts, nun heißt es Zähne putzen, Pyjama anziehen und - nein, halt. Erst hat Ferkel noch ganz viele Fragen über Mond und Sterne. Danach kann Mama ihm zwar eine Gutenachtgeschichte vorgelesen, als diese zu Ende ist, holt Ferkel jedoch gleich das nächste Buch heraus. Dann muss Kuschelhase gesucht werden, ohne den Ferkel nicht einschlafen kann. Außerdem muss Ferkel noch mal aufs Klo. Und in den Ecken sitzen Monster…irgendwann fallen Ferkel dann aber wirklich die Augen zu und mit einem dicken Rüsselkuss schläft es endlich ein.

Ab ins Bett, Ferkel!

Das kennen wir doch

Kommt uns Ferkels Geschichte nicht irgendwie bekannt vor? Richtig, diese kleinen Tricks und letzten Fragen, die das Zubettgehen noch etwas hinauszögern sollen, kennen wir doch alle nur zu gut. Auch unsere Kinder erzählen uns Abend für Abend, dass sie noch gar nicht müde sind und noch viel lieber aufbleiben wollen. Sie finden Gründe und Ausreden, um noch ein paar Minuten länger aufbleiben zu können. Genau das baut Katja Reider in ihr Pappbilderbuch ein und holt mit diesem Ferkel-Abenteuer Kinder ab. Witzig und charmant erzählt sie Ferkels Geschichte, die natürlich wieder wunderbar gereimt ist. Diesen Reimen wohnt eine schöne Melodie inne, in die Vorlesende sofort hineinfinden und die sie richtig zu betonen wissen. Das Buch ist lebendig erzählt, auf jeden Fall ganz nah am Kinderalltag und kratzt das junge Publikum nicht auf. Im Gegenteil. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr Ruhe kommt hinein und desto mehr spüren wir, wie müde Ferkel allmählich wird. Und so klingt die Handlung am Ende sanft aus und lässt ein warmes Gefühl zurück. Ein Gefühl, das auch das junge Lesepublikum sanft in den Schlaf gleiten lässt.
Unterstützt wird die Geschichte von Henrike Wilsons fröhliche Illustrationen. Sie zeichnete schöne Familienszenen, zeigt bekannte und vertraute Räume und platziert Ferkel und seine Eltern mitten hinein. Ihre Bilder sind voller Details, aber nicht überladen. Sie haben leuchtende Farben, lassen aber auch die abendliche Stunde in kleinen Details erkennen. So erzählen sie auf ihre Art Katja Reiders Geschichte nach und treffen gekonnt deren Stimmung.

Ab ins Bett, Ferkel!

„Ab ins Bett, Ferkel!“ heißt es dieses Mal bei Katja Reider und Henrike Wilson, wenn das Duo auf witzige und charmante Weise das abendliche Ritual von Familie Ferkel zeigt. Darin entdecken wir viele Ähnlichkeiten zur eigenen Familie. Die Geschichte holt Kinder ab, fängt sie auf und hilft ihnen, den Tag hinter sich zu lassen.

Details

Bewertung

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