Derselbe Mond

Antolin Quiz
von Lara Schützsack
Rezension von Janett Cernohuby | 01. Juni 2023

Derselbe Mond

Noch kein Teenager, aber auch kein Kind mehr. Dieses Alter ist eine schwierige Zeit. Um einen herum verändern sich die Freunde, werden reifer oder aber bleiben kindlich, während man selbst schon den nächsten Schritt gemacht hat. Man hat das Gefühl, nirgends dazuzugehören, nicht verstanden zu werden und auch niemanden zum Reden zu haben. In dieser schwierigen Lebensphase, die zwar nicht sehr lange dauert, sich aber wie eine Ewigkeit anfühlt, steckt auch Magdalena, von der Lara Schützsack in ihrem neuen Buch erzählt.

Ein Herbst der Veränderungen

Es ist nicht nur eine Lebensphase, in der Magdalena steckt. Sie steckt in einer richtigen Identitätskrise. Ihre Eltern haben sich erst vor kurzem getrennt, nun pendelt sie mit ihrem kleinen Bruder zwischen der Wohnung ihrer Mutter und ihrem Vater hin und her. Zwei halbe Familien nennt dies ihre Mutter, die von einem geheimnisvollen Igor Geschenke in die Arbeit gebracht bekommt. Während Magdalena versucht, sich mit der neuen Familiensituation zurechtzufinden, scheint gleichzeitig die Freundschaft zu ihren beiden ältesten Freunden Flip und Sofia zu bröckeln. Sofia kann nur noch an Jungs und Küssen denken, während Flip plötzlich seine tiefsten Geheimnisse nicht mehr nur mit Magdalena teilt. Immer öfter unternehmen die beiden etwas ohne sie oder sitzen einfach nur stundenlang im Skaterpark, um dem süßesten Felix zuzuschauen. An einem dieser Nachmittage im Skaterpark taucht auf einmal ein unbekanntes Mädchen auf. Ihre blauen Haare und ihr seltsames Outfit ziehen alle Blicke auf sich. Ihr resches und zugleich unmögliches Verhalten wecken Magdalens Aufmerksamkeit zusätzlich. Wer ist dieses Mädchen? Woher kommt sie und wie kann sie nur so unglaublich selbstbewusst sein? Magdalena beginnt, den Kontakt zu der Blauen zu suchen und eine besondere Freundschaft nimmt ihren Anfang. Eine Freundschaft, die ihr den Mut geben, sich all den Veränderungen zu stellen und keine Angst vor den neuen Möglichkeiten zu haben, die diese mit sich bringen.

Einfühlsam und authentisch

Die Pubertät ist eine schwierige Zeit. Man verändert sich nicht nur körperlich, auch geistig passiert ein enormer Entwicklungsschritt. Lara Schützsacks Protagonistin befindet sich am Anfang dieses Lebensabschnitts, und mit ihr ihre Freunde. Da ist beispielsweise Flip, der gerne Kleider anprobiert, Wimperntusche trägt und mit Mädchen abhängt. Da ist Sofia, deren Gedanken sich nur noch um Jungs und das Küssen drehen. Nur Magdalena selbst scheint noch in der kindlichen Welt zu stecken. Sie interessiert sich weder für Glitzer-BHs noch für Jungs. Sie will, dass alles so bleibt, wie es immer war. Doch das tut es nicht, wie sie gerade rings um sich herum beobachten muss. Die Eltern haben sich getrennt, die Mutter beginnt eine neue Beziehung und der eigene Körper tut auch, was er will. In dieser Phase des Hin- und Hergerissenseins, des Suchens nach Halt taucht auf einmal das seltsame Mädchen mit den blauen Haaren auf. Sie stellt sich als November vor, sagt was sie denkt, tut wonach ihr der Sinn steht. Magdalena ist davon beeindruckt und sucht die Nähe zu November. Gleichzeitig schämt sie sich dafür, sind doch eigentlich Sofia und Flip ihre besten Freunde, mit denen sie bisher über alles gesprochen hat. In Novembers Nähe traut sich Magdalena, über ihre Gefühle und was sie bewegt zu sprechen. Es ist diese Freundschaft, die ihr dabei hilft, zu sich selbst zu finden. November ermutigt sie, während sie aber ebenfalls Magdalenas Hilfe braucht. Denn genau wie diese, trägt sie eine Unsicherheit und Frage in sich: Wird Magdalena noch ihre Freundin sein, wenn sie Novembers Geschichte kennt?
Unglaublich feinfühlig und authentisch erzählt Lara Schützsack diese Geschichte. Sie konfrontiert die Leserschaft mit wahren Alltagssituationen. Mit Gedanken und Gefühlen, die die junge Leserschaft sehr gut nachempfinden und nachvollziehen kann. Magdalena ist eine Figur, mit der man sich sofort identifiziert. In die man sich hineinversetzt und die man komplett verstehen kann.

Berührend und herzerwärmend erzählt Lara Schützsack die Geschichte eines Mädchens, das am Anfang der Pubertät steht. Einem Mädchen, das nicht weiß, wo es hingehört, was es möchte und der ein wenig der Mut fehlt so zu sein, wie es gerne wäre. Doch sie lernt es. Sie lernt, ihren Weg zu gehen und den Veränderungen und Möglichkeiten, die diese neue Lebensphase bereithält, optimistisch entgegenzutreten.

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