Es wird Frühling, kleiner Bär!

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von Elli Woollard, Briony May Smith (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 30. März 2022

Es wird Frühling, kleiner Bär!

Im Herbst verzauberte uns eine kleine Graugans, als sie ihren Platz in der Welt suchte und dabei die goldene Jahreszeit entdeckte. Jetzt im Frühling ist es ein kleiner Bär, der mit den Kindern gemeinsam das Erwachen der Natur erlebt. Ob Elli Woollard und Briony May Smith mit diesem Bilderbuch an den Herbstzauber anschließen können? Wir wollten es genau wissen.

Die Natur erwacht

Verschlafen steckt ein kleines Bärenkind seine Nase aus der Höhle. Still liegt der Wald vor ihm, überall noch mit Schnee bedeckt. Neugierig stapft das Bärenkind hinaus in die Welt. Unterwegs findet es einen kleinen Stein, der ebenso einsam wie der kleine Bär selbst ist. Er hebt ihn auf und platziert ihn auf seinem Rücken. Dort will er seinen neuen Freund von nun an immer mit sich herumtragen. Der kleine Bär läuft weiter bergab, begegnet Vögeln, die sich auf den Frühling vorbereiten. Er sieht Hasen lustig herumspringen, die ebenfalls in freudiger Erwartung auf den Frühling sind. Der Bär läuft weiter, springt über den Fluss. Dort, auf der anderen Seite, begegnet er einem Rudel Wölfe. Sie sind hungrig und begrüßen den kleinen Bären freudig. Doch der versteht das und klettert geschwind auf einen Baum. Dabei geschieht es: Sein Stein, sein Freund, purzelt herunter und bekommt einen Riss. Traurig schläft der kleine Bär ein. Als er am Morgen erwacht, erwartet ihn nicht nur die warme Morgensonne, die bereits den Schnee hatte schmelzen und die Blumen erblühen lassen, sondern auch eine besondere Überraschung.

Es wird Frühling, kleiner Bär!

Frühlingserwachen in Reimen

Zum zweiten Mal nimmt uns das Autorenduo Elli Woollard und Briony May Smith mit hinaus in die Natur und hinein in den Wald, um dort ein besonderes Naturschauspiel zu beobachten. Während wir im Herbst erfuhren, wie sich die Tiere und besonders eine kleine Graugans auf den Winter vorbereiteten, begleiten wir dieses Mal ein Bärenkind, das den Frühling begrüßt. Genau wie die Graugans weiß der kleine Bär nicht, was die vor ihm liegende Jahreszeit ist und beginnt, sie zu entdecken.
Wir begegnen in dieser Geschichte also ähnlichen Elementen, wie im Vorgängerbuch. Der Bär trifft andere Tiere, fragt sie nach ihren Tätigkeiten und versucht sich ebenfalls an diesen. Dabei muss er jedoch erkennen, dass sie nicht seinem Wesen entsprechen. Was ein Bär jedoch im Frühling genau tut, erfahren wir hier, im Gegensatz zum Herbstbuch, allerdings nicht. Dafür gilt es, einer lebensgefährliche Situation zu entkommen und am Ende eine besondere Überraschung zu erleben.
Das führt uns zu unserer Eingangsfrage zurück: Gelingt es dem Autorenduo, an den Herbstzauber anzuschließen? Die Antwort lautet, leider nicht ganz. Obwohl Elli Woollard auch diese Geschichte in stimmungsvollen und melodischen Reimen erzählt, obwohl diese fröhlich und beschwingt sind, kann der Funke, der Zauber nicht ganz auf den Leser überspringen. Etwas fehlt. Vielleicht, weil der Bär zwar am Ende einen Freund findet, aber im Gegensatz zur Graugans nicht seine Familie.
Dennoch ist es ein tolles Kinderbuch, das gemeinsam zu lesen und zu betrachten viel Freude bereitet. Die warmherzigen Bilder von Briony May Smith zeigen das Frühlingserwachen. Zunächst begegnen wir noch viel weiß, schließlich liegt über allem noch der letzte Schnee des Winters. Doch wir erkennen bereits an den Sonnenstrahlen, dass hier bald ein Wandel passiert. Und tatsächlich erblüht am Ende alles in leuchtenden Farben.

Es wird Frühling, kleiner Bär!

So erzählen Elli Woollard und Briony May Smith wieder eine tolle Tiergeschichte, die man gerne vorliest und der Kinder gebannt lauschen. Gemeinsam mit dem kleinen Bären können sie das Naturerwachen erleben. Zwischen Gefahr und Schneeschmelze wartet hier so manche Überraschung - nicht nur auf den pelzigen Protagonisten.

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