Wenn man mehr über sich selbst herausgefunden hat, als man je wollte, muss man damit irgendwie umgehen. Und wenn das auf eine Entscheidung hinausläuft, die das eigene Leben für immer verändern könnte, fällt selbige nicht unbedingt einfacher. Die namensgebende Protagonistin der Reihe „Irida“ befindet sich an genau so einem Scheideweg, was in „Irida und das Rätsel der Ruine“ thematisiert wird. Ob sie die richtige Entscheidung trifft?
Freunde und Feinde – verwirrende Konzepte
Seit Irida herausgefunden hat, dass sie kein Mensch ist, verdoppelt sie ihre Anstrengungen. Denn wenn sie ein Wechselbalg ist, lebt vermutlich auch das Mädchen noch, das durch sie ersetzt wurde – irgendwo in der Anderswelt. Als ihr jedoch klar wird, dass ihre Schulkollegin und Rivalin Linnea genau wie sie eine Trollin in Menschengestalt ist und von ihren Feinden in deren inneren Kreis aufgenommen wird, weiß sie nicht, wie sie reagieren soll. Schließlich ist Linnea mit Iridas Bruder liiert.
Verschiedene Gruppierungen mit unterschiedlichen Interessen
Markus Heitz macht es allerdings etwas interessanter, als eine reine „Gut gegen Böse“-Geschichte zu erzählen. Denn es gibt verschiedene andere involvierte Parteien, bei denen nicht ganz klar ist, was sie eigentlich wollen. In der Anderswelt gibt es eine Weiße Frau, welche am Liebsten alle Trolle tot sehen würde. Iridas schräger Onkel forscht überall auf der Welt nach den seltsamsten Geheimnissen und freut sich sogar über versteinerte Trolle. Die etwas verrückte Geisterjägerin … äh … Wissenschaftlerin Spengler forscht mit immer seltsameren Mitteln und ein geheimnisvoller Großwildjäger legt es auf Schatten an. Letzten Endes ist da immer noch das Kaninchen namens Nooba, das offenbar auch nicht das ist, was man erwartet.
Der Roman nimmt mehrere Wendungen, die „Furchtlosen“ behalten aber trotzdem ihr Ziel im Auge. Die unterschiedlichen Charaktere ergänzen einander mit ihren Fähigkeiten und Marotten hervorragend gegenseitig und machen dem Namen ihrer Gruppe alle Ehre. Lediglich eine Frage drängt sich im Laufe der Handlung ein wenig in den Vordergrund. Wie kann es eigentlich sein, dass eine ganze Gruppe an uralten Trollen jahrzehntelang daran scheitern, einen Weg in ihre Heimat zu finden, während das einigen Jugendlichen in kürzester Zeit gelingt. Vermutlich ist das aber eine Frage, die man sich bei mehreren Jugendromanen stellen könnte. Die Handlung ist durchgehend spannend, vor allem weil man sich beim Lesen nie sicher sein kann, wo die Loyalitäten bei verschiedenen der Charaktere liegen. Und dabei wird man mehrfach überrascht. Insgesamt ist „Irida und das Rätsel der Ruine“ ein Werk, das man jungen Leser*innen bedenkenlos ans Herz legen kann, wenn diese ein Faible für Phantastisches haben.
„Irida und das Rätsel der Ruine“ ist der zweite Band der Reihe „Irida“ von Markus Heitz. In ihm stehen viele Entscheidungen an, die gleichermaßen spannende Wendungen bedeuten. Der Autor spielt geschickt mit den Erwartungen der Lesenden und kann so mehrfach überraschen. Das macht den neuen „Irida“-Band zu einem Fantasyroman, den man bedenkenlos empfehlen kann.
Details
-
Band:2
-
Erschienen:01/2026
-
Typ:Hardcover
-
Altersempfehlung:11 Jahre
-
ISBN 13:9783751205795
-
Preis (D):18,00 €

